Zahlen mit dem Lunar: Regionale Währung ist auf dem Vormarsch
Chiemgauer, Elbtaler oder Havelblüte, in fast 40 Regionen Deutschlands wird inzwischen neben dem Euro ein weiteres Zahlungsmittel akzeptiert. Regiogeld hat Konjunktur und findet mehr und mehr begeisterte Befürworter. Im Nordosten Niedersachsens gibt es seit August 2010 den Lunar, ins Leben gerufen von Regio Lunar e.V., dem Verein für Nachhaltigkeit in Nord-Ost-Niedersachsen.
Bindung lokaler Kaufkraft
Dieses regionale Währungssystem funktioniert auf Gutscheinbasis, das Verhältnis zum Euro beträgt 1:1. Wie viele Lunare bei einem Handel von Waren und Dienstleistungen letztlich benutzt werden, liegt ganz im Ermessen der beteiligten Personen. Jeder Lunar ist sechs Monate gültig, das gewährleistet eine stabile Umsatzsicherung. Zwar kann er auch zurückgetauscht werden, doch besser ist das Ausgeben. Ziel der regionalen Währung ist es schließlich, lokale Wirtschaftskreisläufe zu erzeugen und anzukurbeln. Dabei steht nicht das Geld im Zentrum, sondern die Produkte und Leistungen aus der Region. „Regionale Währung bindet Kaufkraft, erweitert unternehmerische Handlungsmöglichkeiten und schafft gleichzeitig eine nach außen sichtbare Konsumentengemeinschaft”, sagt Horst Jäger, Geschäftsführer des Vereins Regio-Lunar. Und natürlich schont der Kauf regionaler Produkte durch kurze Wege die Umwelt.
Drei Prozent gehen an soziale Projekte
Um mit dem Lunar bezahlen zu können, ist eine Mitgliedschaft im Lunar-Wirtschaftsring nötig. Sie kann beim Verein Regio Lunar beantragt werden. Das ist ganz einfach und für Verbraucher kostenlos. Die Euros werden in Wechselstuben in Lunar-Gutscheine eingetauscht. Dabei handelt es sich um weit mehr als einen reinen Tausch verschiedener Zahlungsmittel, denn die Teilnehmer an der regionalen Währung bestimmen auch über drei Prozent der eingetauschten Summe: Es ist der feste Anteil, der einem gemeinnützigen Verein oder einem sozialen Projekt zugute kommt.
Fünf Wechselstuben bisher
Für den Lunar gibt es bisher fünf Wechselstuben: Es sind in Lüneburg der Biomarkt Vitalis und der Eine-Welt- und Umweltladen im Heinrich-Böll-Haus, in Reppenstedt ist es Gewecke Computertechnik, in Bollensen Löwe Naturmöbel und in Hohnstorf (Elbe) das Garten-Fachgeschäft Knut Erdtmann. Weitere Informationen über den Verein, Mitglieder und Lunar akzeptierende Unternehmen gibt es unter
www.regio-lunar.de.